Kubanische Zigarre richtig anzünden: Flamme, Toasting und Glutring

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Eine kubanische Zigarre zündet man in fester Reihenfolge an: anschneiden, mit dem Cold Draw den Zug prüfen, dann den Fuß mit etwa ein bis zwei Zentimetern Abstand zu einer geschmacksneutralen Flamme rundherum rösten und erst danach unter sanftem Ziehen und stetigem Drehen zünden, bis ein geschlossener Glutring steht. Geeignet sind Zedernspan, Butan-Feuerzeug und Holzstreichholz mit abgebranntem Zündkopf. Dicke Formate verlangen dabei mehr Geduld als schlanke. Wer so vorgeht, legt die Grundlage für einen sauberen Abbrand, klare Aromen und ein ausgewogenes Raucherlebnis bis ins letzte Drittel. Dieser Ratgeber zeigt, welche Flammen sich eignen, wie das Toasting funktioniert und wie sich einseitiges Abbrennen von Beginn an vermeiden lässt.

Auf einen Blick

Zigarre anzünden: Vom Trockenzug zum Glutring 2:16 Min. · deutsche Untertitel · Transkript unter dem Video
  1. 0:00 Noch ohne Feuer
  2. 0:17 Trocken ziehen vor jeder Flamme
  3. 0:33 Nur sauberes Feuer
  4. 0:51 Ein bis zwei Zentimeter Luft
  5. 1:06 Drehen, noch ohne Zug
  6. 1:26 Sanft ziehen, weiter drehen
  7. 1:40 Der Blick auf den Fuß
  8. 1:55 Bleibt eine Stelle dunkel
Transkript des Videos

0:02 · Noch ohne Feuer
Es beginnt ohne Feuer. Zuerst öffnet man den Kopf, das Mundende: ein sauberer Schnitt, gerade so weit, dass die Luft frei durchgeht. Durch diesen Kanal wird beim Zünden gezogen.

0:17 · Trocken ziehen vor jeder Flamme
Vor jeder Flamme kommt der Cold Draw, der Trockenzug: ein Zug an der kalten Zigarre. Zieht sie frei, stimmt der Schnitt. Zieht sie schwer, wird nachgeschnitten, solange kein Tabak verkohlt ist.

0:33 · Nur sauberes Feuer
Erst jetzt kommt eine geschmacksneutrale Flamme: Butanfeuerzeug, Zedernspan oder Holzstreichholz. Beim Streichholz lässt man den Zündkopf abbrennen, bis nur noch Holz brennt. Sonst zieht ein Schwefelton in die ersten Züge.

0:51 · Ein bis zwei Zentimeter Luft
Den Tabak röstet die heiße Luft über der Flammenspitze. Deshalb bleibt die Flamme etwa ein bis zwei Zentimeter unter dem Fuß, dem anderen Ende. Direkte Flamme verkohlt das äußere Deckblatt, der Rauch wird bitter.

1:07 · Drehen, noch ohne Zug
Das Rösten mit Abstand heißt Toasting. Gezogen wird noch nicht. Ein früher Zug saugt die Flamme an einen Punkt, der Rest bleibt kalt. Langsames Drehen wärmt alle Tabaklagen zugleich, bis der Rand rundum dunkel ist.

1:26 · Sanft ziehen, weiter drehen
Nun kommt die Zigarre in den Mund, die Flamme knapp vor dem Fuß. Man zieht sanft, dreht weiter, der Sog holt die Flamme heran. Wenige ruhige Züge genügen, hastiges Paffen überhitzt.

1:41 · Der Blick auf den Fuß
Dann nimmt man die Zigarre aus dem Mund und betrachtet den Fuß. Sanftes Anblasen macht die Glut sichtbar. Ein durchgehend orange glühender Ring am Außenrand, der Glutring, zeigt: sauber gezündet.

1:56 · Bleibt eine Stelle dunkel
Eine dunkle Stelle röstet man mit der Flamme gezielt nach, bevor weitergeraucht wird. Dicke Formate brauchen länger als schlanke. Maßgeblich ist nicht die Uhr, sondern der geschlossene Glutring: Dann brennen alle Lagen im selben Tempo.

Warum richtiges Anzünden zählt

Das Anzünden ist mehr als ein technischer Vorgang am Anfang. Es ist der Moment, in dem die kalte, nur duftende Zigarre in eine glühende, aromatisch arbeitende Genusszigarre verwandelt wird. Eine Zigarre besteht aus mehreren Tabaklagen: dem Einlagetabak im Inneren (Tripa), dem Umblatt, das die Einlage zusammenhält (Capote), und dem äußeren Deckblatt (Capa), das dem Format sein Aussehen und einen Teil seines Charakters gibt, auch wenn es laut Habanos S.A. zum Geschmack selbst nur wenig beiträgt. Damit aus diesem fein abgestimmten Aufbau ein harmonisches Aroma entsteht, müssen alle Tabaklagen am Fuß gleichzeitig und gleichmäßig zu glühen beginnen. Genau das leistet sorgfältiges Anzünden.

Eine gleichmäßige Glut bedeutet ein gleichmäßiges Aroma. Wenn der gesamte Querschnitt des Fußes gleichzeitig glüht, verbrennen Einlage, Umblatt und Deckblatt im selben Tempo. Der Rauch, der durch die Zigarre gezogen wird, trägt dann das vollständige, ausbalancierte Geschmacksbild, das der Hersteller beim Mischen der Tabake (dem Blending) beabsichtigt hat. Glüht dagegen nur ein Teil des Fußes, gerät das Gleichgewicht aus den Fugen: Bestimmte Tabake brennen zu heiß, andere bleiben kalt, und der erste Eindruck wird verfälscht.

Falsches Anzünden ruiniert den Beginn auf zweierlei Weise. Erstens kann eine ungeeignete Flamme Fremdaromen einbringen, die sich über die ersten Züge legen und das feine Spiel von Holz, Erde, Leder, Kaffee oder Zedernnoten überdecken. Zweitens führt ungleichmäßiges Zünden dazu, dass die Zigarre schief abbrennt, sich der Abbrand kaum noch korrigieren lässt und der Glutkegel über die gesamte Rauchdauer unruhig bleibt. Beides ist ärgerlich, weil eine hochwertige kubanische Zigarre wie eine Cohiba Robustos oder eine Partagás Serie D No. 4 ihren Reiz gerade aus der feinen Abstimmung bezieht, die in den ersten Minuten leicht verspielt ist.

Hinzu kommt der thermische Aspekt. Tabak gibt seine Aromen am schönsten frei, wenn er kontrolliert und nicht zu heiß verbrennt. Wer hektisch und mit zu viel direkter Hitze zündet, überhitzt den Fuß, karamellisiert die Tabake zu stark und erzeugt von Anfang an einen schärferen, manchmal bitteren Ton. Geduldiges Anzünden hält die Temperatur niedriger und bewahrt die Süße und Tiefe des Tabaks. Aus diesem Grund gilt unter Kennern: Die Zeit, die ein sauberes Anzünden braucht, ist die am besten investierte der ganzen Rauchdauer.

Es lohnt sich, kurz zu betrachten, was beim Verbrennen von Tabak überhaupt geschieht. Tabak ist kein gleichförmiges Material, sondern ein Verbund aus unterschiedlichen Blattsorten, die jeweils eigene Verbrennungseigenschaften haben. Der kräftige, voluminöse Ligero aus den oberen Blattlagen der Pflanze brennt eher träge und liefert die Kraft und das Rückgrat des Aromas; der Seco aus den mittleren Lagen trägt vor allem das Aroma bei und brennt mittelschnell; der dünne, leichte Volado aus den unteren Lagen ist vor allem für gute Brenneigenschaften zuständig und glimmt am willigsten. Beim Anzünden müssen diese unterschiedlich brennfreudigen Tabake gemeinsam auf Temperatur gebracht werden. Ein behutsames, gleichmäßiges Rösten gleicht ihre verschiedenen Trägheiten aus; ein hastiger, punktueller Hitzestoß hingegen entzündet bevorzugt den willigen Volado und lässt den trägen Ligero zurück — der Keim für späteren ungleichmäßigen Abbrand ist damit schon gelegt. Wie willig ein Tabakblatt glimmt, hängt außer von der Blattlage auch vom Mineralgehalt ab: Agrarwissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kalium im Blatt die Glimmfähigkeit fördert, während viel Stickstoff und Chlor sie hemmen.

Auch die Restfeuchte spielt eine Rolle. Ein korrekt gelagerter Tabak enthält noch einen gewissen Anteil Feuchtigkeit, die beim Anzünden zunächst verdampfen muss, bevor der Tabak Feuer fängt. Das erklärt, warum eine optimal konditionierte Zigarre etwas mehr Geduld beim Anzünden verlangt als eine ausgetrocknete — und warum die ausgetrocknete, schneller zündende Zigarre dennoch die schlechtere ist: Sie brennt zu heiß und verbrennt dabei rasch die Öle und Zuckerstoffe des Tabaks, die einen großen Teil des Aromas tragen. Wer also beim Anzünden feststellt, dass die Zigarre auffällig schnell und heiß auflodert, sollte dies als Warnzeichen für eine zu trockene Lagerung verstehen; mehr zur richtigen Konditionierung findet sich unter Lagerung.

Anzünden, Anschneiden und das spätere Rauchverhalten hängen eng zusammen. Ein sauberer Anschnitt (siehe Anschneiden) sorgt für freien Luftzug, der wiederum gleichmäßiges Zünden erleichtert. Und nur wer ruhig und mit moderater Temperatur raucht (mehr dazu unter Rauchen), erhält die Mühe des guten Anzündens über das ganze Genusserlebnis hinweg.

Cold Draw, Rösten, Zünden, Glutring: der Ablauf in vier Schritten

Bevor die einzelnen Flammen und Techniken im Detail betrachtet werden, hilft ein Blick auf den grundsätzlichen Ablauf. Das Anzünden folgt einer logischen Reihenfolge, die sich über Jahrzehnte als zuverlässig erwiesen hat: Zunächst wird mit einem Trockenzug an der angeschnittenen, noch kalten Zigarre der Luftwiderstand geprüft; dann wird der Fuß geröstet, ohne zu ziehen; anschließend wird unter leichtem Ziehen gezündet und die Zigarre gedreht; zuletzt wird der Glutring kontrolliert. Wer diese vier Stufen verinnerlicht, zündet jede Vitola sauber an, von der schlanken Panetela bis zur dicken Doble Robusto.

Vier Schritte zum Anzünden einer Zigarre: Cold Draw prüfen, Fuß rösten, unter Ziehen zünden und drehen, Glutring kontrollieren.
Der Ablauf in vier Schritten: nach dem Anschnitt zuerst der Trockenzug, dann das Rösten ohne Ziehen, anschließend Zünden und Drehen, zuletzt die Kontrolle des Glutrings.

Jeder der vier Schritte hat seinen eigenen Sinn, der weiter unten ausführlich erklärt wird. Wichtig ist das Verständnis, dass es sich nicht um lästige Pflichtübungen handelt, sondern um eine zusammenhängende Choreografie, die jeden einzelnen Aspekt des Genusses absichert. Der Trockenzug verrät, ob der Luftzug stimmt; das Rösten bringt den Fuß auf Temperatur, ohne ihn zu verkohlen; das drehende Zünden verteilt die Glut gleichmäßig; und die Kontrolle des Glutrings gibt die Sicherheit, sauber begonnen zu haben.

Welche Flamme eignet sich zum Anzünden einer Zigarre?

Die Wahl der Flamme entscheidet darüber, ob Fremdaromen ins Spiel kommen. Grundsätzlich gilt: Je geschmacksneutraler die Zündquelle, desto besser. Eine kubanische Zigarre ist ein Naturprodukt, dessen Aromen empfindlich auf Beimischungen reagieren. Geeignet sind ein Butan-Feuerzeug, ein Zedernspan und ein Holzstreichholz, dessen Zündkopf abgebrannt ist. Diese drei Zündquellen nennt auch die offizielle Anleitung von Habanos S.A. zum Anschneiden und Anzünden; Benzinfeuerzeug, Wachsstreichholz und Kerze schließt sie ausdrücklich aus, weil deren Aroma in die Zigarre zieht. Jede der geeigneten Methoden hat eigene Vor- und Nachteile.

Die folgende Übersicht stellt die geeigneten Methoden samt ihrer Stärken und Schwächen gegenüber. Sie hilft, je nach Anlass, Ort und gewünschtem Reinheitsgrad die passende Wahl zu treffen.

MethodeGeschmacksneutralitätWindstabilitätTempoBeste Eignung
Zedernholzspansehr hoch, sogar aromatisch passendgeringlangsam, zeremoniellfestlicher Genuss im Innenraum
Gas, Soft Flamehoch (geruchsneutrales Butan)geringmittelruhige Anlässe, feine milde Formate
Gas, Jet/Turbohoch (geruchsneutrales Butan)sehr hochschnelldraußen, Wind
Holzstreichholz (Kopf abgebrannt)hoch, sauberes Holzgeringlangsamtraditioneller Genuss im Innenraum

Welche Zündmethode in der Praxis zum Einsatz kommt, hängt von Gelegenheit, Ort und persönlicher Neigung ab. Im Alltag überwiegt das geruchsneutrale Gasfeuerzeug, weil es bequem ist und als Jetflamme auch bei Wind zuverlässig zündet. Zedernspan und Holzstreichholz werden von Kennern dagegen für besondere Momente und für die geschmackliche Reinheit geschätzt; sie prägen eher das festliche Ritual. Für die Qualität des Genusses ist letztlich weniger entscheidend, welche der geeigneten Methoden man wählt, als vielmehr, wie sorgfältig und geduldig man dabei vorgeht.

Zedernholzspan (Cedar Spill) — der „Königsweg“

Der dünne Span aus spanischer Zeder (Cedrela odorata, botanisch ein Mahagonigewächs und keine echte Zeder) gilt vielen Kennern als die eleganteste und geschmacklich reinste Methode, eine Zigarre zu entzünden. Spanische Zeder ist genau das Holz, aus dem hochwertige Humidore und die Trennbretter in den Zigarrenkisten gefertigt werden; es ist also ein Material, dessen Duft sich ohnehin in jeder gut gelagerten Zigarre wiederfindet. Wer mit einem Zedernspan zündet, fügt daher keinen Fremdton hinzu, sondern unterstreicht im Gegenteil die zedrige Grundnote, die viele kubanische Zigarren auszeichnet.

In der Praxis entzündet man den Zedernspan zunächst an einer beliebigen Flamme — etwa einem Feuerzeug oder einer Kerze — und wartet, bis er selbst ruhig und gleichmäßig brennt. Erst diese saubere Holzflamme wird an den Fuß der Zigarre geführt. So gelangt kein Brennstoffaroma an den Tabak, sondern ausschließlich die warme, neutrale Flamme des brennenden Holzes. Viele Liebhaber schneiden sich solche Späne aus dem dünnen Zedernbrett, das manchen Kisten beiliegt. Ein ausführlicher Vergleich von Zedernholzspan und Feuerzeug auf zigarren.org ergänzt diese Hinweise, unter anderem mit dem Rat, keine lackierten, verleimten oder anders behandelten Hölzer als Span zu verwenden.

Vorteil: höchste Geschmacksneutralität, geradezu aromatisch passend, eine ruhige und breite Flamme, die den Fuß sanft umfasst, und eine angenehm zeremonielle Note. Nachteil: umständlicher als ein Feuerzeug, der Span brennt rasch herunter und muss bei größeren Formaten eventuell nachgesetzt werden, und man braucht eine zweite Flamme, um den Span überhaupt zu entzünden. Im Freien bei Wind ist der Span schwer zu bändigen.

Gasfeuerzeug: Soft Flame gegen Jet/Turbo

Das Gasfeuerzeug ist in der Praxis die gebräuchlichste Zündquelle, und zwar zu Recht: Hochwertiges, gereinigtes Butangas verbrennt nahezu rückstandsfrei und gibt — anders als Benzin — keine spürbaren Fremdaromen ab. Entscheidend ist, dass das Gas geruchsneutral ist; einfache, schlecht raffinierte Gase können dennoch einen leichten Ton hinterlassen, weshalb sich gut gereinigtes Premium-Butan empfiehlt. Beim Gasfeuerzeug unterscheidet man zwei Bauarten, die sich grundlegend im Verhalten unterscheiden.

Die Soft Flame ist die klassische, weiche gelbe Flamme, wie man sie von einfachen Feuerzeugen kennt. Sie brennt vergleichsweise kühl, ist breit und sanft und eignet sich hervorragend, um den Fuß behutsam und ohne Überhitzung zu rösten. Ihr Nachteil: Sie ist windempfindlich und braucht etwas mehr Zeit. Für das geduldige, schonende Anzünden im Innenraum ist sie ideal.

Die Jet- oder Turbo-Flamme (auch Düsen- oder Stichflamme genannt) presst das Gas durch eine Düse und erzeugt eine konzentrierte, blau brennende, sehr heiße Flamme, oft auch als Mehrfachstrahl. Sie ist windstabil und zündet schnell, was sie für den Außeneinsatz beliebt macht. Ihr Risiko liegt jedoch in der hohen Temperatur: Wer unaufmerksam ist, verbrennt den Tabak punktuell, überhitzt den Fuß und erzeugt schon zu Beginn scharfe, fast verkohlte Töne. Mit einer Jetflamme muss man bewusst auf Abstand und kurze Hitzestöße achten.

Höhenlagen: Wer in den Bergen genießt, etwa auf einer Hütte oder einer Gipfelterrasse, sollte wissen, dass dünne Luft und Kälte vor allem Jetfeuerzeuge betreffen, deren Flamme empfindlich auf Luftdruck und Temperatur reagiert. In einem Praxistest mit acht Feuerzeugen am Pikes Peak zündeten bis etwa 2.700 Meter alle Modelle; darüber zündeten nur noch die Feuerzeuge mit weicher Flamme zuverlässig, während selbst als höhentauglich beworbene Jetfeuerzeuge ab etwa 3.000 Metern versagten. In großer Höhe sind eine Soft Flame, Holzstreichhölzer oder ein Zedernspan deshalb die verlässlichere Wahl; im Tal und bei Wind bleibt die Jetflamme die windstabile Lösung.

Eine grobe Faustregel: Soft Flame für ruhige Anlässe im Innenraum und für besonders feine, milde Formate wie eine Hoyo de Monterrey Epicure No. 2; Jet-Flamme für draußen und bei Wind — dort jedoch stets mit Abstand und in kurzen Stößen, um Überhitzung zu vermeiden.

Streichholz (Zündkopf abbrennen lassen)

Das Streichholz ist eine traditionsreiche und durchaus empfehlenswerte Methode, sofern eine Bedingung beachtet wird: Der Zündkopf des Streichholzes muss vollständig abgebrannt sein, bevor die Flamme an den Tabak kommt. Im Moment des Anreißens entzündet sich nämlich die chemische Zündmasse aus Kaliumchlorat, Schwefel und Bindemittel, die einen deutlich wahrnehmbaren, leicht stechenden Geruch abgibt. Würde man die Zigarre in dieser frühen Phase an die Flamme halten, fingen sich die ersten Züge diesen unangenehmen Schwefelton ein. Geeignet sind deshalb Streichhölzer aus Holz, deren Flamme nach dem Kopf ruhig und sauber weiterbrennt.

Beim Streichholz besteht die richtige Technik also darin, es anzureißen und einige Sekunden ruhig brennen zu lassen, bis der Kopf durchgebrannt ist und nur noch das saubere Holz mit ruhiger Flamme brennt. Erst dann führt man es an den Fuß. Lange Kaminstreichhölzer sind hier praktisch, weil sie länger brennen und genug Zeit lassen, größere Formate sauber anzuzünden, ohne sich die Finger zu verbrennen. Daneben gibt es lange, schwefelfreie Zigarrenstreichhölzer, die das Fachmagazin Cigar Aficionado als Alternative zum Zedernspan nennt. Im Grunde ähnelt diese Methode dem Zedernspan, nur mit etwas weniger Brenndauer.

Vorteil: nach dem Abbrennen des Kopfes geschmacklich sehr sauber, weil reines Holz brennt; günstig, weit verbreitet und ohne Brennstoffaroma. Nachteil: kurze Brenndauer pro Holz, sehr windempfindlich, und bei Ungeduld droht der Schwefelton. Für dicke Formate braucht man unter Umständen mehrere Hölzer hintereinander.

Was man NICHT verwenden sollte

Genauso wichtig wie die Wahl der richtigen Flamme ist das Wissen, welche Zündquellen man meidet, weil sie zuverlässig Fehlaromen einbringen. Die häufigsten Fehler:

Benzinfeuerzeug, Kerze und Gasherd eint, dass sie den Beginn der Zigarre mit Fremdaromen oder unkontrollierter Hitze belasten. Wer solche und ähnliche Anfängerfehler systematisch vermeiden möchte, findet unter Fehler eine ausführliche Übersicht der typischen Stolperfallen rund um Auswahl, Pflege und Genuss.

Vorbereitung: anschneiden und Cold Draw prüfen

Bevor überhaupt eine Flamme ins Spiel kommt, muss die Zigarre vorbereitet sein. Zwei Schritte gehören dazu: das Anschneiden des Kopfes und der prüfende Trockenzug, der sogenannte Cold Draw.

Zuerst anschneiden

Eine Zigarre wird stets vor dem Anzünden geöffnet, niemals danach. Der Kopf — also das verschlossene Ende, das in den Mund kommt — wird mit einem geraden Schnitt (Guillotine), einem Bohrer (Punch) oder einem V-Schnitt geöffnet, je nach Vorliebe und Format; vom V-Schnitt rät Habanos S.A. allerdings ab, weil er die Kappe leicht einreißt. Der Schnitt muss sauber sein und die Kappe gerade so weit öffnen, dass ein freier Zug entsteht, ohne das Deckblatt zum Einreißen zu bringen. Wie tief man schneidet, welches Werkzeug sich für welche Vitola eignet und wie man ein Aufplatzen des Deckblatts vermeidet, ist ein eigenes Thema, das unter Anschneiden ausführlich behandelt wird.

Der Grund für diese Reihenfolge ist einleuchtend: Erst der Anschnitt schafft den offenen Luftkanal, durch den später beim Zünden gezogen wird. Eine ungeöffnete Zigarre lässt sich zwar am Fuß rösten, aber nicht sinnvoll mit dem unterstützenden Zug entzünden, der die Glut gleichmäßig anfacht.

Den Cold Draw nehmen

Der Cold Draw, auch Trockenzug genannt, ist ein Zug an der noch unangezündeten, aber bereits angeschnittenen Zigarre. Das Glossar von Cigar Aficionado zum Dry Draw beschreibt ihn genauso: als Zug vor dem Anzünden, der den Zugwiderstand erkennen lässt und einen ersten Eindruck der Aromen gibt. Er erfüllt zwei Zwecke. Erstens prüft er den Luftwiderstand: Lässt sich die Zigarre leicht und frei ziehen, ist das Anschnittmaß richtig und der Rauchgenuss wird mühelos. Zieht sie sich dagegen schwer und fest, ist der Schnitt womöglich zu knapp ausgefallen oder die Zigarre zu fest gerollt — dann hilft ein etwas tieferer Nachschnitt. Sitzt der Zug umgekehrt zu locker, wurde unter Umständen zu viel von der Kappe entfernt.

Zweitens gibt der kalte Zug einen ersten Vorgeschmack auf das Aromenspiel des unverbrannten Tabaks. Man nimmt oft schon Noten von Heu, Trockenfrüchten, Zedernholz, Kakao oder Erde wahr, die später in der Glut wiederkehren. Dieser sensorische Vorgeschmack ist für Kenner ein kleines Ritual und ein guter Indikator für die Frische und Lagerung der Zigarre. Eine optimal gelagerte Zigarre (siehe Lagerung) zieht weich und gibt einen vollen, leicht süßlichen Trockenzug; eine zu trockene Zigarre wirkt am kalten Zug staubig und spröde.

Den Cold Draw direkt nach dem Anschnitt nehmen, bevor die Flamme ins Spiel kommt. So lässt sich ein zu fester Zug noch durch einen Nachschnitt korrigieren, ohne dass bereits Tabak verbrannt ist.

Die vier Handgriffe im Detail: vom Cold Draw bis zur stehenden Glut

Mit vorbereiteter Zigarre und passender Flamme ergibt sich der vollständige Ablauf vom Trockenzug bis zur stehenden Glut. Er gliedert sich in vier ineinandergreifende Handgriffe, die ohne Hast ausgeführt werden. Wie lange das dauert, hängt vom Format ab: bei einer schmalen Vitola kürzer, bei einem dicken Format wie einer Partagás Serie E No. 2 (Ringmaß 54) entsprechend länger. Maßgeblich ist dabei nicht die Uhr, sondern der rundum geschlossene Glutring.

  1. Den Zug prüfen (Cold Draw). Direkt nach dem Anschnitt nimmt man einen Trockenzug an der noch kalten Zigarre. Zieht sie frei, kann die Flamme kommen; zieht sie zu schwer, wird zuerst nachgeschnitten, solange noch kein Tabak verkohlt ist. Einzelheiten dazu stehen oben im Abschnitt zur Vorbereitung.
  2. Den Fuß rösten (Toasting). Die Flamme wird mit etwas Abstand unter den Fuß gehalten, ohne ihn direkt zu berühren. Die Zigarre wird dabei langsam um ihre eigene Achse gedreht, sodass die Wärme den gesamten Rand des Fußes gleichmäßig erfasst. Es wird in dieser Phase noch nicht gezogen. Ziel ist, den äußeren Rand des Fußes rundherum gleichmäßig anzukohlen, bis er durchgehend dunkel wird. Wichtig ist dabei der Abstand: Die Flammenspitze berührt den Tabak nicht, man nutzt die heiße Luft knapp oberhalb der sichtbaren Flamme. So röstet der Tabak, ohne dass das Deckblatt punktuell verkohlt oder verbrennt; besonders bei der heißen Jetflamme ist dieser Abstand entscheidend. Ebenso wichtig ist das stetige Drehen der Zigarre — oder alternativ das Kreisen der Flamme um den Fuß. Eine ruhige, kontinuierliche Drehbewegung sorgt dafür, dass alle Tabaklagen gleichmäßig auf Temperatur kommen, und verhindert, dass eine Seite vorauseilt und die andere kalt bleibt. Genau hier wird der spätere gleichmäßige Abbrand vorbereitet.
  3. Zünden unter sanftem Ziehen. Ist der Rand rundum geröstet, wird die Zigarre in den Mund genommen und die Flamme weiterhin knapp vor den Fuß gehalten; Habanos S.A. nennt dafür etwa einen Zentimeter Abstand. Nun zieht man sanft und gleichmäßig, während die Zigarre weiter gedreht wird. Der Sog zieht die Flamme an den Tabak heran und entfacht die Glut über den gesamten Querschnitt. Ein paar ruhige Züge genügen; hektisches Paffen überhitzt nur.
  4. Glut kontrollieren (Glutring rundherum). Anschließend nimmt man die Zigarre aus dem Mund und betrachtet den Fuß. Ein durchgehend orange glühender Ring entlang des gesamten Außenrands zeigt, dass sauber gezündet wurde. Bleibt ein Teil dunkel, hält man die Flamme gezielt an diese Stelle und gleicht nach, bevor man weiterraucht. Habanos S.A. und Cigar Aficionado empfehlen, den Fuß dabei sanft anzublasen: Das macht die Glut sichtbar und zeigt schwache Stellen.

Wer diese Reihenfolge einhält, erhält von der ersten Sekunde an einen stabilen, mittig sitzenden Glutkegel. Dieser bildet die Grundlage dafür, dass die Zigarre über ihre gesamte Länge ruhig und gerade abbrennt — ein Aspekt, der eng mit der richtigen Rauchtechnik zusammenhängt, die unter Rauchen beschrieben wird.

Ein häufiger Anfängerfehler in dieser Phase ist das zu hastige Paffen. In dem Bemühen, die Glut zügig zum Stehen zu bringen, zieht mancher in schneller Folge kräftig an der Zigarre. Das Gegenteil ist richtig: Wenige, ruhige und gleichmäßig lange Züge entfachen die Glut schonender und gleichmäßiger als viele hektische. Zwischen den ersten Zügen darf ruhig eine kurze Pause liegen, damit sich die Glut setzen kann. Wer zu schnell zieht, treibt die Temperatur am Fuß unnötig hoch und nimmt die ersten Aromen heiß und scharf wahr, statt in ihrer eigentlichen, kühleren Tiefe.

Der erste Zug und die ersten Minuten

Ist die Glut gleichmäßig entfacht und der Glutring kontrolliert, folgt der eigentliche erste Zug zum Genuss. Diesem Moment kommt eine besondere Bedeutung zu, denn er gibt den Auftakt für das gesamte Geschmacksbild. Man nimmt den ersten Zug bewusst, lässt den Rauch im Mund kreisen und schmeckt ihn, ohne ihn zu inhalieren — Zigarrenrauch wird grundsätzlich nicht in die Lunge gezogen, sondern im Mund und auf der Zunge geschmeckt und über den Gaumen wahrgenommen. So entfaltet sich das volle Aroma, ohne dass die Schärfe des Rauchs stört.

In den ersten Minuten verändert sich der Geschmack einer Zigarre oft noch. Direkt nach dem Anzünden kann der Rauch eine leichte Spitze tragen, die manche als „Anzündschärfe“ bezeichnen — Restwärme und der frische Übergang vom Rösten zum Glimmen. Diese legt sich nach einigen Zügen, sobald sich die Glut stabilisiert und der Glutkegel seine ideale, mittig sitzende Form gefunden hat. Wer also den allerersten Eindruck einer Zigarre beurteilt, sollte ihr ein paar Züge Zeit geben, ehe er über ihren Charakter urteilt. Dieser Einschwingvorgang ist normal und bei sorgfältigem Anzünden nur kurz; bei hastigem, überhitztem Anzünden dagegen zieht er sich hin und kann das gesamte erste Drittel belasten.

Ein weiterer Punkt betrifft die Asche. Eine sauber angezündete und gleichmäßig brennende Zigarre bildet eine feste, kompakte Asche, die ein Stück weit hält, bevor sie fällt oder behutsam abgestreift wird. Farbe und Festigkeit der Asche zählen seit Langem zu den klassischen Kriterien, nach denen die Brennqualität von Zigarrentabak beurteilt wird. Die Festigkeit verdankt sich vor allem einer Einlage aus ganzen Blättern (Long Filler). Die Farbe dagegen hängt vor allem vom Mineralgehalt des Bodens ab, genannt werden Magnesium und Kalium; über die Güte der Verbrennung oder den Geschmack sagt sie allein wenig. Kubanischer Tabak brennt laut dem Glossar von Cigar Aficionado zur Asche meist mit grauer Asche. Bröckelige Asche, die früh abfällt, kann auf ungleichmäßigen Abbrand hindeuten, nicht selten eine Spätfolge unsorgfältigen Anzündens. Insofern gibt eher ein gleichmäßiger, gerade stehender Aschenkegel ohne Stufen einen Hinweis darauf, ob der Beginn gelungen ist.

Toasting: Warum der Fuß vor dem Zünden geröstet wird

Der Begriff „Toasting“ verdient eine genauere Betrachtung, weil er den vielleicht am häufigsten unterschätzten Schritt beschreibt. Wörtlich übersetzt bedeutet er „rösten“, und genau das geschieht: Der Fuß wird zunächst nur erwärmt und angekohlt, bevor beim Zünden gezogen wird. Warum dieser Umweg, statt einfach sofort die Zigarre in den Mund zu nehmen und durch Ziehen zu entzünden?

Der erste Grund ist die gleichmäßige Hitzeverteilung. Wenn man sofort zieht, ohne vorzurösten, saugt der Luftstrom die Flamme bevorzugt zu jenem Punkt, an dem der geringste Widerstand herrscht. Dort entsteht eine punktuelle, tiefe Glut, während der übrige Fuß noch kalt ist. Das ist die Hauptursache für einseitiges Anzünden. Durch das vorherige Rösten ist hingegen der gesamte Rand bereits warm und vorgekohlt, sodass beim ersten zündenden Zug die Glut gleichmäßig über den ganzen Querschnitt aufflammt.

Der zweite Grund ist die Temperatur. Beim reinen Rösten ohne Zug bleibt die Hitze moderat, weil kein Sauerstoff durch den Luftkanal nachgefacht wird. Der Tabak wird sanft auf Zündtemperatur gebracht, ohne ihn zu überhitzen. Würde man von Anfang an kräftig ziehen, schösse die Temperatur am Fuß in die Höhe, und die ersten Aromen kämen heiß, scharf und verbrannt herüber. Das geduldige Vorrösten schützt also die Aromatik des ersten Drittels.

Der dritte Grund ist sensorischer und fast zeremonieller Natur. Beim Rösten steigt bereits der erste Duft des erhitzten Tabaks auf, noch bevor die Glut entfacht ist. Dieser Augenblick gehört für viele Kenner untrennbar zum Ritual und stimmt auf den kommenden Genuss ein. Das Toasting ist damit nicht nur Technik, sondern Teil der Muße, die eine gute Zigarre erst zum Erlebnis macht.

In der Praxis erkennt man ein gelungenes Toasting daran, dass der Rand des Fußes rundherum gleichmäßig geschwärzt ist und leicht zu glimmen beginnt, noch bevor an der Flamme gezogen wird. Erst wenn dieser Zustand erreicht ist, geht man zum zündenden Zug über. Bei sehr dicken Formaten lohnt es sich, das Rösten geduldig auszudehnen, weil der Querschnitt entsprechend größer ist und mehr Tabak gleichmäßig erwärmt werden will.

Anzünden je nach Ringmaß: schlanke, mittlere und dicke Formate

Die Grundtechnik bleibt für jede Zigarre gleich, doch die Ringmaße — also der Durchmesser, gemessen in 64stel Zoll — verändern die Anforderungen spürbar. Laut der Formatübersicht von Habanos S.A. reichen die Ringmaße der Habanos von 26 bis 57, im aktuellen Katalog mit der Cohiba Behike 58 bis Ringmaß 58; eine Robusto mit Ringmaß 50 misst rund 19,8 Millimeter im Durchmesser. Ein schlankes Format mit kleinem Ringmaß hat einen geringen Querschnitt und ist rasch und mühelos entzündet; ein dickes Format mit großem Ringmaß verlangt deutlich mehr Geduld beim Rösten. Wer den Unterschied versteht, passt seine Technik an und vermeidet die häufigsten formatbedingten Fehler. Eine ausführliche Formatkunde mit allen gängigen Vitolas findet sich unter Vitolas.

Balkendiagramm der Ringmaße laut Habanos S.A.: Laguito No. 3 26, Laguito No. 1 38, Mareva 42, Robusto 50, Pirámide 52.
Vom schlanken Laguito No. 3 bis zur Pirámide: Mit dem Ringmaß wächst der Querschnitt des Fußes und damit die Zeit, die das Rösten braucht (Ringmaße laut Habanos S.A.).

Schlanke Formate wie die Panetela (Laguito No. 3, Ringmaß 26) oder die Lancero (Laguito No. 1, Ringmaß 38) haben einen kleinen Fußquerschnitt. Hier genügt ein kurzes, sorgfältiges Rösten, und die Gefahr liegt eher im Überhitzen als im unvollständigen Zünden. Mit einer heißen Jetflamme ist bei dünnen Formaten besondere Vorsicht geboten, weil die konzentrierte Hitze den kleinen Fuß schnell verkohlt. Eine weiche Soft Flame oder ein Zedernspan sind hier oft die schonendere Wahl.

Mittlere Formate von der klassischen Corona und der Lonsdale (beide Ringmaß 42) bis zur Robusto (Ringmaß 50) — etwa eine Cohiba Robustos oder eine Hoyo de Monterrey Epicure No. 2 — sind in puncto Anzünden am gutmütigsten. Ihr Querschnitt ist groß genug, um einen stabilen Glutring zu tragen, aber nicht so groß, dass das Rösten besondere Geduld verlangte. Für Einsteiger sind diese Formate auch deshalb empfehlenswert; mehr zur passenden Erstauswahl unter Auswahl. Einen Überblick über alle kubanischen Robustos gibt der Robusto-Vergleich.

Dicke Formate wie die Doble Robusto, das Ringmaß 54 einer Partagás Serie E No. 2 oder eine Gordo verlangen das längste und geduldigste Toasting. Ihr breiter Querschnitt enthält viel Tabak, der gleichmäßig auf Temperatur kommen muss, sonst droht von Beginn an ein unrunder Glutring. Hier zahlt es sich aus, die Zigarre besonders langsam zu drehen und das Rösten ruhig auszudehnen, bevor beim Zünden gezogen wird. Auch das spätere Wiederanzünden nach Pausen gelingt bei dicken Formaten am besten mit erneutem, gründlichem Rösten.

Formate mit offenem oder besonderem Fuß verdienen eine eigene Anmerkung. Manche Figurados laufen auch am Fuß spitz zu, etwa Perfectos und die Doppel-Figurados der Marke Cuaba. Bei Pirámide und Torpedo wie der Montecristo No. 2 ist dagegen nur der Kopf spitz, der Fuß ist wie bei den zylindrischen Parejos gerade geschnitten und rund. Bei einem spitzen Fuß ist der zündende Querschnitt zunächst klein und wächst beim Abbrand. Hier genügt ein behutsames Anrösten der Spitze; die Glut weitet sich anschließend von selbst auf den vollen Durchmesser. Ein Fuß, an dem das Deckblatt bewusst nicht bis zum Ende reicht, zündet besonders leicht und sollte mit entsprechend wenig Hitze behandelt werden. Zum Thema Anzünden passt übrigens der Name der Marke Cuaba: Laut Habanos S.A. bezeichnete das indigene Wort zur Zeit von Kolumbus einen leicht brennbaren Strauch, mit dem bei religiösen Zeremonien Zigarren angezündet wurden.

Umgebung: Wind, Zugluft und Temperatur

Das Anzünden findet selten unter Laborbedingungen statt. Wind, Zugluft und Umgebungstemperatur beeinflussen sowohl den Zündvorgang als auch den späteren Abbrand erheblich, und wer diese Einflüsse kennt, kann sie ausgleichen.

Im Freien bei Wind ist die weiche Soft Flame und erst recht der Zedernspan schwer zu bändigen, weil die Flamme flackert und seitlich weggedrückt wird. Hier spielt die windstabile Jet- oder Turbo-Flamme ihre Stärke aus. Man sollte den Fuß mit der freien Hand oder dem Körper gegen den Wind abschirmen und in kurzen, gezielten Hitzestößen arbeiten. Wichtig ist, dass auch der spätere Genuss im Wind anders verläuft: Eine Brise facht die dem Wind zugewandte Seite stärker an und begünstigt damit einseitiges Brennen. Es lohnt sich, die Zigarre im Freien gelegentlich zu drehen und die windabgewandte Seite bei Bedarf nachzufeuern.

Zugluft im Innenraum — etwa von einer Klimaanlage, einem geöffneten Fenster oder einem Ventilator — wirkt subtiler, aber in dieselbe Richtung. Ein ständiger Luftstrom aus einer Richtung lässt die Zigarre auf der angeströmten Seite schneller abbrennen. Wer kann, setzt sich beim Genuss so, dass keine gerichtete Zugluft den Fuß trifft. Das beugt nicht nur Canoeing vor, sondern hält auch das Aroma gleichmäßiger.

Die Umgebungstemperatur schließlich beeinflusst, wie schnell der Tabak Feuer fängt. In kalter Umgebung — etwa auf einer winterlichen Terrasse — ist die Zigarre kühler, und auch das Feuerzeug arbeitet bei Kälte weniger zuverlässig; das Rösten dauert spürbar länger. Eine Zigarre, die direkt aus einem kühlen Humidor kommt, profitiert davon, einige Minuten Raumtemperatur anzunehmen, bevor sie angezündet wird; der etwas erwärmte Tabak zündet williger und gleichmäßiger. Umgekehrt sollte man eine Zigarre niemals künstlich aufheizen, etwa an einer Heizung, weil das die Feuchteverteilung im Inneren stört.

Die folgende Übersicht fasst die vier wichtigsten Umgebungseinflüsse samt Gegenmaßnahmen zusammen; die Höhenlage ist im Abschnitt zum Gasfeuerzeug ausführlicher beschrieben.

BedingungWirkung auf Flamme und AbbrandWas hilft
Wind im FreienSoft Flame und Zedernspan flackern und werden weggedrückt; die angeströmte Seite brennt schnellerJetflamme, Fuß mit Hand oder Körper abschirmen, kurze Hitzestöße, Zigarre öfter drehen
Zugluft im RaumGerichteter Luftstrom lässt die angeströmte Seite vorauseilen, Canoeing drohtPlatz ohne direkte Zugluft wählen
KälteDie Zigarre ist kühl und röstet langsamer; Butanfeuerzeuge verlieren bei Kälte Gasdruck, die Flamme wird kleiner und unzuverlässigerZigarre vorher einige Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen und nie künstlich aufheizen; Feuerzeug körpernah warm halten
Große HöheJetfeuerzeuge reagieren empfindlich auf Luftdruck und Temperatur und zünden oft nicht mehrSoft Flame, Holzstreichholz oder Zedernspan
Eine einfache Merkregel für den Außeneinsatz: Wind verlangt eine windstabile Flamme und häufigeres Drehen. Die Sorgfalt beim Anzünden zahlt sich im Freien doppelt aus, weil die Umgebung dort ständig gegen den gleichmäßigen Abbrand arbeitet.

Canoeing, Tunneling, unrunder Glutring: Abbrandfehler korrigieren

Selbst mit guter Technik kommt es gelegentlich zu Abbrandstörungen. Die meisten lassen sich vermeiden oder im Verlauf korrigieren, wenn man ihre Ursachen kennt. Die folgende Tabelle fasst die drei häufigsten Probleme zusammen, anschließend werden sie einzeln erläutert.

ProblemErscheinungUrsacheKorrektur
Einseitiges Brennen (Canoeing)Glut läuft auf einer Seite voraus, Form wie ein KanuUngleichmäßig gezündet, Zugluft von einer Seite, Bauweise (ungleich verteilte Einlage)Schwache Seite gezielt nachfeuern, gleichmäßiger ziehen, Zigarre drehen
TunnelingEinlage brennt nach innen voraus, Deckblatt bleibt zurückZiehen vor dem Rösten, Bauweise, zu feuchte oder ungleichmäßige Lagerfeuchte, zu seltene ZügeAußenrand nachrösten, gleichmäßiger ziehen, Lagerfeuchte prüfen
Ungleichmäßiger GlutringGlut nicht durchgehend rund, dunkle Stellen am FußUnvollständig geröstet, zu kurz gezündetDunkle Stellen mit der Flamme angleichen, neu rösten

Einseitiges Brennen (Canoeing)

Beim Canoeing brennt eine Seite der Zigarre schneller ab als die andere, sodass der Fuß im Profil an die Form eines Kanus erinnert. Dafür kommen mehrere Ursachen in Betracht, ohne feste Rangfolge. Wurde beim Anzünden nur ein Teil des Fußes entzündet, läuft die Glut dort voraus und holt den Rückstand kaum mehr auf. Zugluft von einer Seite, etwa Wind, eine Klimaanlage oder eine schräge Haltung der Zigarre, facht eine Seite stärker an. Ebenso kann die Bauweise den Ausschlag geben, etwa eine ungleichmäßig verteilte Einlage mit einem nicht mittig liegenden Ligero-Blatt, oder eine ungleichmäßige Feuchteverteilung im Tabak nach ungünstiger Lagerung. Hält das Canoeing trotz sorgfältigen Anzündens an, liegt die Ursache eher in der Verarbeitung oder in einer sehr jungen Zigarre.

Zur Korrektur des Canoeing lohnt zunächst etwas Geduld: Viele Zigarren brennen in den ersten Zügen leicht ungleichmäßig und gleichen sich von selbst wieder aus. Bleibt der Vorsprung bestehen, hält man die Flamme — am besten eine weiche Soft Flame — gezielt an die zurückgebliebene, kühlere Seite und feuert sie behutsam nach, bis die Glut wieder gleichmäßig verläuft. Außerdem hilft es, die Zigarre zwischendurch zu drehen und bewusster auf einen gleichmäßigen Zug zu achten. Ein sauberes Toasting von Anfang an ist die beste Vorbeugung.

Tunneling

Beim Tunneling brennt die Einlage im Inneren schneller ab als das umgebende Deck- und Umblatt, sodass ein regelrechter Tunnel im Fuß entsteht. Das geschieht typischerweise, wenn man schon beim Anzünden zieht, bevor der Rand geröstet ist: Dann fängt der leichter brennende Tabak im Inneren zuerst Feuer und läuft dem Deckblatt voraus, wie der Befeuchter-Hersteller Boveda in seiner Anleitung zum Anzünden und Wiederanzünden erklärt. Begünstigt wird das durch die Bauweise, etwa ungünstig verteilte Einlageblätter, durch eine zu feuchte oder ungleichmäßige Lagerfeuchte, bei der die äußeren Blätter schlechter brennen, und durch zu seltenes Ziehen, bei dem der Rand ausgeht. Korrigieren lässt es sich, indem man den Außenrand rundum vorsichtig nachröstet, gleichmäßiger zieht und der Glut Zeit gibt, sich anzugleichen. Vorbeugend wirken ein Toasting ohne Ziehen und die richtige Lagerfeuchte; mehr zur richtigen Feuchte unter Lagerung.

Ungleichmäßiger Glutring

Ein unrunder Glutring zeigt sich direkt nach dem Zünden: Statt eines durchgehend orangefarbenen Rings bleiben einzelne Stellen am Fußrand dunkel und kalt. Die Ursache ist fast immer ein unvollständiges Rösten oder ein zu kurzer Zündvorgang, bei dem nicht der gesamte Querschnitt erfasst wurde. Die Korrektur ist denkbar einfach und sollte sofort erfolgen, bevor weitergeraucht wird: Man hält die Flamme gezielt an die dunklen Stellen und röstet sie nach, bis der Ring rundherum gleichmäßig glüht. Wer diesen Schritt gleich zu Beginn ernst nimmt, erspart sich die meisten späteren Abbrandprobleme, denn ein sauber stehender Glutring zu Beginn ist die halbe Miete für die gesamte Rauchdauer.

Eine ruhige Hand und Geduld lösen die meisten Abbrandprobleme von selbst. Wer hektisch und zu heiß raucht, provoziert ungleichmäßigen Abbrand geradezu. Gleichmäßiges, gemächliches Ziehen mit gelegentlicher Sichtkontrolle des Glutkegels ist die beste Prophylaxe.

Wie zündet man eine ausgegangene Zigarre wieder an?

Es gehört zum normalen Genuss, dass eine Zigarre zwischendurch ausgeht — besonders, wenn man sie bewusst langsam und mit Pausen raucht. Das ist kein Mangel, sondern oft Folge eines wohltuend gemächlichen Tempos. Eine kubanische Zigarre lässt sich ohne Weiteres wieder anzünden; einige Regeln sorgen dafür, dass der Geschmack sauber bleibt.

Vier Schritte zum Wiederanzünden: Asche und Glutschicht entfernen, durchblasen, Fuß neu rösten, zünden und Glut prüfen.
Wiederanzünden in vier Handgriffen: erst den Fuß säubern, nach längerer Pause durchblasen, dann neu rösten und unter sanftem Ziehen zünden.

Der erste Schritt ist das Entfernen der alten Asche und der erkalteten Glut. Man streift die lose Asche vollständig ab und entfernt vorsichtig die erkaltete, schwarze Glutschicht am Fuß, indem man sie sanft am Aschenbecher abklopft oder abreibt. Erst der freigelegte, frische Tabakquerschnitt wird neu gezündet.

Nach dem Säubern des Fußes verfährt man im Prinzip wie beim ersten Anzünden: Der Fuß wird erneut geröstet, also mit etwas Abstand zur Flamme rundherum erwärmt, bevor unter sanftem Ziehen die Glut neu entfacht wird. Wichtig ist, auch hier nicht zu hastig vorzugehen, weil der Tabak nach der Pause empfindlicher auf Überhitzung reagiert. Ein behutsames Neurösten verhindert, dass der Übergang scharf oder bitter schmeckt.

Ein praktischer Hinweis: Nach einer längeren Pause lässt sich der abgestandene Beigeschmack beim Wiederanzünden weiter abmildern, indem man vor dem Neurösten einmal sanft vom Kopf her durch die Zigarre bläst, statt einzuziehen (Purgen). So entweicht der abgestandene Rauch aus dem Inneren, bevor die ersten frischen Züge genommen werden. Insgesamt gilt: Je kürzer die Pause, desto näher bleibt der Geschmack am Original. Nach einigen Stunden lässt sich eine Zigarre noch wieder anzünden, schmeckt dann aber oft abgestanden; nach einer Nacht oder gar Tagen lohnt es meist nicht mehr. Weitere Hinweise zum ruhigen, pausenreichen Genuss finden sich unter Rauchen.

Wie viel Abstand braucht die Flamme zum Fuß?

Etwa ein bis zwei Zentimeter Abstand zwischen Flammenspitze und Fuß sind richtig, bei der heißen Jetflamme eher etwas mehr. Dieser Abstand ist ein Detail, das den Unterschied zwischen sauberem und fehlerhaftem Anzünden ausmacht. Die verbreitete Vorstellung, man müsse den Fuß direkt in die Flamme halten, ist falsch und führt regelmäßig zu beschädigtem Deckblatt und verbranntem Aroma.

Tatsächlich wird der Tabak nicht von der sichtbaren Flamme selbst entzündet, sondern von der heißen Luft, die knapp oberhalb der Flammenspitze aufsteigt. Diese Zone ist heiß genug, um den Tabak zu rösten und zu entzünden, aber sanft genug, um ihn nicht zu verkohlen. Hält man die Zigarre stattdessen direkt in die Flamme, gerät vor allem das empfindliche Deckblatt unter zu hohe punktuelle Hitze. Es kann aufplatzen, Blasen werfen oder verkohlen.

Warum man das Deckblatt nicht direkt verbrennen darf, hat zwei Gründe. Erstens ist die Capa die dünnste und feinste Tabaklage; sie reagiert am empfindlichsten auf zu große Hitze. Brennt sie zu schnell oder ungleichmäßig an, läuft sie hinter oder vor der Einlage her und stört den geraden Abbrand. Zweitens setzt überhitztes Deckblatt sofort bittere, verbrannte Aromen frei, die sich nicht mehr zurücknehmen lassen. Der richtige Abstand — meist ein bis zwei Zentimeter zwischen Flammenspitze und Fuß — schützt das Deckblatt und sorgt zugleich für die schonende, gleichmäßige Hitze, die der Tabak braucht. Die Herstellerangaben liegen im selben Bereich: Habanos S.A. nennt für den zündenden Zug etwa einen Zentimeter, Boveda für das Rösten einen halben bis einen Zoll, also rund 1,3 bis 2,5 Zentimeter.

Bei der heißen Jet- oder Turbo-Flamme ist dieser Abstand besonders kritisch, weil ihre konzentrierte Stichflamme deutlich aggressiver wirkt als eine weiche Soft Flame oder ein Zedernspan. Hier empfiehlt es sich, die Flamme in kurzen, gezielten Stößen einzusetzen und den Fuß lieber etwas länger aus größerem Abstand zu rösten, als ihn kurz und heiß zu attackieren.

Zubehör fürs Anzünden

Das richtige Werkzeug erleichtert das saubere Anzünden erheblich. Drei Gegenstände sind dabei zentral, ergänzt um einige Kleinigkeiten, die den Komfort erhöhen.

Das Feuerzeug ist das Arbeitstier. Ob weiche Soft Flame oder konzentrierte Jetflamme — entscheidend sind eine zuverlässige Zündung, ein ausreichend großer Tank für mehrere Anlässe und die Möglichkeit, es mit gut gereinigtem Premium-Butan zu befüllen. Ein gutes Zigarrenfeuerzeug hält die Flamme ruhig und gleichmäßig, was das Rösten erleichtert.

Der Zedernspan ist das Werkzeug der Wahl für den feierlichen Genuss. Wer dünne Späne aus dem Zedernbrett einer Kiste schneidet oder fertige Späne bereithält, hat stets die geschmacklich reinste Zündquelle zur Hand. Auch lange Kaminstreichhölzer gehören in diese Kategorie und sind eine elegante, traditionelle Alternative.

Hinzu kommen Aschenbecher mit Zigarrenauflage, die ein bequemes Ablegen während des Toastings und der Glutkontrolle ermöglichen, sowie ein passendes Schneidewerkzeug, das untrennbar zur Vorbereitung gehört. Welche Geräte sich für welche Formate und Anlässe eignen, wie man Qualität erkennt und welche Pflege ein Feuerzeug benötigt, ist Gegenstand eines eigenen Überblicks unter Zubehör. Wer noch unschlüssig ist, welche Zigarre überhaupt den Anlass krönen soll, findet Orientierung unter Auswahl und in der Formatkunde unter Vitolas.

Kleines Glossar: Toasting, Cold Draw, Canoeing, Tunneling

Zum Abschluss eine kurze Übersicht der wichtigsten Fachbegriffe, die in diesem Ratgeber verwendet wurden. Eine umfassendere Sammlung findet sich im Glossar.

Toasting (Rösten)
Das anfängliche Erwärmen und Ankohlen des Fußes ohne Ziehen, um den gesamten Querschnitt gleichmäßig auf Zündtemperatur zu bringen und Überhitzung zu vermeiden.
Cold Draw (Trockenzug)
Ein Zug an der angeschnittenen, aber noch unangezündeten Zigarre. Prüft den Luftwiderstand und gibt einen ersten Eindruck der Aromen des unverbrannten Tabaks.
Glutring
Der durchgehend glühende Rand am Fuß unmittelbar nach dem Anzünden. Ein gleichmäßiger Ring zeigt einen sauberen Start und ist Voraussetzung für geraden Abbrand.
Cedar Spill (Zedernspan)
Ein dünner Span aus spanischer Zeder, der separat entzündet und dann zum geschmacksneutralen Anzünden der Zigarre verwendet wird.
Soft Flame
Die weiche, gelbe Feuerzeugflamme, die kühl und breit brennt und sich zum schonenden Rösten eignet, jedoch windempfindlich ist.
Jet-/Turbo-Flamme
Eine durch eine Düse gepresste, sehr heiße, blau brennende und windstabile Flamme. Schnell und windfest, in großer Höhe aber oft zündunwillig; bei Unachtsamkeit überhitzungsanfällig.
Canoeing
Einseitiges Abbrennen, bei dem die Glut auf einer Seite vorausläuft und der Fuß die Form eines Kanus annimmt. Entsteht etwa durch ungleichmäßiges Zünden, Luftzug oder die Bauweise.
Tunneling
Abbrandfehler, bei dem die Einlage nach innen vorauseilt, während Deck- und Umblatt zurückbleiben — meist Folge zu frühen Ziehens beim Anzünden, begünstigt durch die Bauweise oder eine zu feuchte oder ungleichmäßige Lagerfeuchte.
Capa (Deckblatt)
Das äußere Tabakblatt der Zigarre. Es ist die feinste Lage und reagiert am empfindlichsten auf zu direkte Hitze, weshalb es beim Anzünden nicht direkt verbrannt werden darf.
Tabakgenuss ist Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten. Zigarrenrauch wird nicht inhaliert, sondern im Mund geschmeckt, und der Genuss erfolgt in Maßen. Das richtige Anzünden gehört zur Kultur des bewussten, gemächlichen Genießens, bei dem die Qualität des Erlebnisses und nicht die Menge im Vordergrund steht.

Häufige Fragen

Womit zündet man eine kubanische Zigarre am besten an?
Am geschmacksneutralsten ist ein Zedernholzspan (Cedar Spill): Spanische Zeder ist ohnehin das Holz hochwertiger Humidore und Zigarrenkisten, sie fügt deshalb keinen Fremdton hinzu, sondern unterstreicht die zedrigen Noten der Zigarre. Im Alltag am gebräuchlichsten ist ein gut gereinigtes, geruchsneutrales Butan-Feuerzeug. Auch ein Holzstreichholz eignet sich, sofern man den Zündkopf vor dem Anzünden vollständig abbrennen lässt. Diese drei Zündquellen nennt auch Habanos S.A. als geeignet. Entscheidend ist weniger die Methode als die Geduld: schonend rösten statt heiß attackieren.
Kann man eine Zigarre mit einer Kerze oder einem Benzinfeuerzeug wie dem Zippo anzünden?
Direkt an die Zigarre besser nicht. Benzinfeuerzeuge mit Docht wie das klassische Zippo verbrennen flüssigen Brennstoff (Naphtha) und geben einen öligen Geruch ab, der sich auf die ersten Züge legt und die feinen Tabakaromen überdeckt. Kerzen bringen Wachs, Ruß und oft Duftstoffe an den Fuß; aus demselben Grund gelten auch Wachsstreichhölzer als ungeeignet. Beide Flammen taugen allenfalls dazu, einen Zedernspan zu entzünden, dessen saubere Holzflamme dann an die Zigarre kommt. Auch der Gasherd ist keine gute Wahl, weil seine große Flamme kaum kontrollierbare Hitze liefert. Geeignet sind geruchsneutrales Butan, Zedernspan und Holzstreichholz. Mehr dazu unter Fehler.
Was ist der Unterschied zwischen Soft Flame und Jet-Flamme?
Die Soft Flame ist die weiche, gelbe Flamme. Sie brennt kühler und breit, eignet sich hervorragend zum schonenden Rösten, ist aber windempfindlich und langsamer. Die Jet- oder Turbo-Flamme presst das Gas durch eine Düse und erzeugt eine konzentrierte, blau brennende, sehr heiße und windstabile Stichflamme. Sie zündet schnell, überhitzt den Tabak jedoch leicht. Faustregel: Soft Flame für ruhige Anlässe im Innenraum, Jet-Flamme für draußen und bei Wind, dort aber stets mit Abstand und in kurzen Stößen. In großer Höhe ist dagegen die Soft Flame meist die zuverlässigere Wahl.
Warum muss man beim Streichholz zuerst den Zündkopf abbrennen lassen?
Beim Anreißen entzündet sich die chemische Zündmasse am Kopf des Streichholzes, beim üblichen Sicherheitszündholz vor allem Kaliumchlorat, Schwefel und Bindemittel. Sie gibt einen deutlich wahrnehmbaren, stechenden Geruch ab. Würde man die Zigarre in dieser frühen Phase an die Flamme halten, fingen sich die ersten Züge diesen Schwefelton ein. Daher lässt man das Holz einige Sekunden ruhig brennen, bis der Kopf durchgebrannt ist und nur noch sauberes Holz mit ruhiger Flamme brennt. Erst dann führt man es an den Fuß. Lange Kamin- oder Zigarrenstreichhölzer sind praktisch, weil sie länger brennen.
Wie benutzt man einen Zedernspan richtig?
Den Span gewinnt man am einfachsten aus dem dünnen Blatt aus spanischer Zeder, das vielen Zigarrenkisten beiliegt: Man teilt es in schmale Streifen. Lackierte oder verleimte Hölzer eignen sich nicht. Den Span entzündet man an einer anderen Flamme, etwa einem Feuerzeug, einem Streichholz oder einer Kerze, und wartet, bis er ruhig und gleichmäßig brennt. Erst diese saubere Holzflamme führt man mit etwas Abstand an den Fuß, röstet ihn rundherum und zündet dann unter sanftem Ziehen. Bei großen Formaten brennt der Span oft herunter, bevor der Fuß fertig ist; dann setzt man einen zweiten nach. Im Freien bei Wind ist der Span schwer zu bändigen.
Was muss man vor dem Anzünden tun, und was ist der Cold Draw?
Zuerst wird angeschnitten, immer vor dem Anzünden und nie danach: Mit Guillotine, Punch oder V-Schnitt öffnet man den Kopf so weit, dass ein freier Luftkanal entsteht, ohne das Deckblatt zu beschädigen; vom V-Schnitt rät Habanos S.A. allerdings ab, weil er die Kappe leicht einreißt. Direkt danach nimmt man den Cold Draw, einen Trockenzug an der angeschnittenen, noch unangezündeten Zigarre. Er prüft den Luftwiderstand: Zieht die Zigarre frei, stimmt das Anschnittmaß; zieht sie schwer, hilft ein etwas tieferer Nachschnitt, solange noch kein Tabak verbrannt ist. Außerdem gibt er einen ersten Eindruck der Aromen des unverbrannten Tabaks, oft Noten von Heu, Zedernholz, Kakao oder Trockenfrüchten. Erst danach kommt die Flamme zum Rösten ins Spiel. Details zu Werkzeug und Schnitttiefe finden sich unter Anschneiden.
Was bedeutet Toasting beim Anzünden einer Zigarre?
Toasting bezeichnet das anfängliche Rösten des Fußes, bevor man an der Flamme zieht. Die Flamme wird mit etwas Abstand unter den langsam gedrehten Fuß gehalten, bis der Rand rundherum gleichmäßig dunkel wird und leicht zu glimmen beginnt. Dieser Schritt verteilt die Hitze gleichmäßig über den gesamten Querschnitt, hält die Temperatur moderat und beugt einseitigem Brennen vor. Erst danach entzündet man die Glut unter sanftem Ziehen vollständig. Das Toasting ist der wichtigste und am häufigsten unterschätzte Schritt.
Warum sollte man eine Zigarre nicht direkt in die Flamme halten?
Der Tabak wird nicht von der sichtbaren Flamme entzündet, sondern von der heißen Luft knapp oberhalb der Flammenspitze. Diese Zone ist heiß genug zum Rösten, aber sanft genug, um nichts zu verkohlen. Hält man den Fuß direkt in die Flamme, gerät vor allem das empfindliche Deckblatt (Capa) unter zu hohe punktuelle Hitze, kann aufplatzen oder verkohlen und gibt sofort bittere, verbrannte Aromen ab. Ein Abstand von etwa ein bis zwei Zentimetern, bei der heißen Jetflamme eher etwas mehr, schützt das Deckblatt und sorgt für gleichmäßige, schonende Hitze.
Wie lange dauert das richtige Anzünden einer Zigarre?
Eine feste Dauer gibt es nicht; sie hängt vor allem vom Format ab. Eine schmale Vitola wie eine Panetela ist schneller entfacht, ein dickes Format wie eine Partagás Serie E No. 2 mit Ringmaß 54 braucht entsprechend länger, weil der Querschnitt größer ist und mehr Tabak gleichmäßig erwärmt werden will. Entscheidend ist der rundum geschlossene Glutring, nicht die Uhr. Die Zeit ist gut investiert, denn ein sorgfältig gerösteter Fuß legt die Grundlage für sauberen Abbrand und ausgewogenes Aroma über die gesamte Rauchdauer. Hektik führt dagegen fast immer zu Abbrandproblemen.
Wie erkennt man, ob eine Zigarre gleichmäßig angezündet ist?
Man nimmt die Zigarre nach den ersten Zügen aus dem Mund und betrachtet den Fuß. Ein durchgehend orange glühender Ring entlang des gesamten Außenrands zeigt, dass sauber gezündet wurde. Um schwache Stellen sichtbar zu machen, bläst man den Fuß sanft an; das empfehlen auch Habanos S.A. und Cigar Aficionado. Bleiben Stellen am Rand dunkel, hält man die Flamme gezielt dorthin und röstet nach, bevor man weiterraucht. Ein rundum geschlossener Glutring zu Beginn beugt Canoeing und Tunneling vor und sorgt für einen geraden Abbrand.
Was ist Canoeing und wie korrigiert man es?
Beim Canoeing brennt eine Seite der Zigarre schneller ab als die andere, sodass der Fuß im Profil an die Form eines Kanus erinnert. Als Ursachen kommen, ohne feste Rangfolge, ungleichmäßiges Zünden, bei dem nur ein Teil des Fußes entfacht wurde, Zugluft von einer Seite und die Bauweise in Betracht, etwa eine ungleichmäßig verteilte Einlage oder ungleichmäßige Feuchte. Leichte Unterschiede in den ersten Zügen gleichen viele Zigarren von selbst aus. Bleibt der Vorsprung, hält man die Flamme gezielt an die zurückgebliebene, kühlere Seite und feuert sie behutsam nach, bis die Glut wieder gleichmäßig verläuft. Vorbeugend wirken ein sorgfältiges Toasting von Anfang an, gleichmäßiges Ziehen und gelegentliches Drehen der Zigarre.
Was bedeutet Tunneling und wodurch entsteht es?
Beim Tunneling brennt die Einlage im Inneren schneller ab als das umgebende Deck- und Umblatt, sodass ein Tunnel im Fuß entsteht. Meist liegt es daran, dass man schon beim Anzünden gezogen hat, bevor der Rand geröstet war: Dann fängt der leichter brennende Tabak im Inneren zuerst Feuer und läuft dem Deckblatt voraus. Begünstigt wird es durch die Bauweise, etwa ungünstig verteilte Einlageblätter, durch eine zu feuchte oder ungleichmäßige Lagerfeuchte, bei der die äußeren Blätter schlechter brennen, und durch zu seltenes Ziehen. Korrigieren lässt es sich, indem man den Außenrand rundum vorsichtig nachröstet und gleichmäßiger zieht. Vorbeugend wirken ein Toasting ohne Ziehen und die richtige Lagerfeuchte; mehr dazu unter Lagerung.
Kann man eine ausgegangene Zigarre wieder anzünden?
Ja, ohne Weiteres; das ist völlig normal und kein Mangel. Zunächst streift man die lose Asche ab und entfernt vorsichtig die erkaltete, schwarze Glutschicht am Fuß. Bei längeren Pausen bläst man einmal sanft vom Kopf her durch die Zigarre, damit der abgestandene Rauch entweicht. Den freigelegten Querschnitt röstet man dann wie beim ersten Mal behutsam an, bevor man unter sanftem Ziehen neu zündet. Je kürzer die Pause, desto näher bleibt der Geschmack am Original: Nach einigen Stunden lässt sich eine Zigarre noch wieder anzünden, schmeckt dann aber oft abgestanden; nach einer Nacht lohnt es meist nicht mehr.
Spielt die Höhenlage beim Anzünden eine Rolle?
Ja. In großer Höhe zünden Feuerzeuge mit weicher Flamme meist zuverlässiger als Jetfeuerzeuge, deren Flamme empfindlich auf Luftdruck und Temperatur reagiert. In einem Praxistest am Pikes Peak zündeten bis etwa 2.700 Meter alle Feuerzeuge; oberhalb von rund 3.000 Metern versagten dagegen selbst als höhentauglich beworbene Jetfeuerzeuge. Als Reserve eignen sich Holzstreichhölzer oder ein Zedernspan. Im Tal und bei Wind bleibt die Jetflamme die windstabile Wahl, dann aber stets mit Abstand und in kurzen Stößen, damit der Tabak nicht überhitzt.

Quellen und weiterführende Links

  1. Choosing, cutting, lighting and smoking – Habanos S.A.Offizielle Anleitung von Habanos S.A. zu geruchsneutralen Flammen, zum Rösten des Fußes und zur Glutkontrolle durch sanftes Anblasen.
  2. The anatomy of a Habano – Habanos S.A.Habanos S.A. erklärt Aufbau und Blattsorten einer Habano, von Volado, Seco und Ligero bis zu Umblatt und Deckblatt.
  3. Principales formatos – Habanos S.A.Spanischsprachige Formatübersicht von Habanos S.A. mit dem Ringmaß in 64stel Zoll und den Maßen der wichtigsten Vitolas.
  4. Cuaba Brand – Habanos S.A.Markenporträt von Habanos S.A. zu Cuaba, den Doppel-Figurados und der Herkunft des Markennamens.
  5. How to Light a Cigar and Relight It If It Goes Out – Boveda Inc.Der Befeuchter-Hersteller Boveda beschreibt das Rösten mit Abstand, Tunneling durch zu frühes Ziehen und das Wiederanzünden.
  6. Can You Save a Cigar for Later & How? – Boveda Inc.Boveda erklärt, wie man eine ausgegangene Zigarre vor dem erneuten Anzünden durch Ausblasen von altem Rauch befreit.
  7. Methods of testing the burning quality of cigar tobacco (Bulletin No. 100, Part IV, 1906) – U.S. Department of Agriculture, Bureau of Plant Industry (W. W. Garner); Digitalisat: Internet ArchiveBulletin des US-Landwirtschaftsministeriums zu Brennverhalten, Glimmfähigkeit und Ascheneigenschaften von Zigarrentabak.
  8. Spanish-cedar: Cedrela spp. (Research Note FPL-078, 1964) – USDA Forest Service, Forest Products Laboratory (B. F. Kukachka)Forschungsnotiz des USDA Forest Products Laboratory zur Spanischen Zeder, dem traditionellen Holz für Zigarrenkisten.
  9. Leaf-burn of tobacco as influenced by content of potassium, nitrogen, and chlorine (1946) – O. J. Attoe, Journal of the American Society of Agronomy 38(2); Nachweis: FAO AGRISAgrarwissenschaftliche Studie, nach der Kalium, Stickstoff und Chlor im Blatt die Brennfähigkeit von Tabak bestimmen.
  10. How To Light A Cigar – Cigar AficionadoSchritt-für-Schritt-Anleitung des US-Fachmagazins mit Hinweisen zu ungeeigneten Zündquellen wie Kerze, Benzinfeuerzeug und Schwefelstreichholz.
  11. Dry Draw – Cigar AficionadoGlossareintrag zum Trockenzug an der angeschnittenen, noch nicht angezündeten Zigarre zur Prüfung von Zug und Aroma.
  12. Is There A Method To Fix A Canoeing Cigar? – Cigar AficionadoFachmagazin-Antwort zum einseitigen Abbrand mit Ursachen, behutsamem Nachfeuern und vollständigem Rösten als bester Vorbeugung.
  13. Ash – Cigar AficionadoGlossareintrag zur Asche: Die Farbe hängt vom Mineralgehalt des Bodens ab, kubanischer Tabak brennt meist grau.
  14. Ashes to Ashes – Cigar Journal, Marc André (2013)Fachartikel zu Aschefarbe und Aschestruktur: Die Farbe wird mit dem Kaliumgehalt des Bodens in Verbindung gebracht und ist kein Hinweis auf den Geschmack.
  15. Going the distance: 8 lighters take the high altitude challenge – Police1 (Sean Curtis)Praxistest am Pikes Peak, in dem oberhalb von rund 2.700 Metern Feuerzeuge ohne Jetflamme zuverlässiger zündeten als Jetfeuerzeuge.
  16. Zederholz oder Feuerzeug? Tipps zum Zigarre anzünden – zigarren.orgRatgeber zu Brennstoff, Flammenform und Zedernholzspan beim Anzünden einer Zigarre.
  17. Streichholz – WikipediaEnzyklopädieartikel zur Geschichte und Chemie des Streichholzes, einschließlich Zündkopf und Reibfläche.